UNESCO Weltkulturerbe: Eine Erweiterung der Neuaufnahmen

Vom 24. Juni bis 4. Juli tagte die 42. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees in Bahrain, die 139 Länder und über 2000 Experten für das Weltkultur- und Naturerbe versammelte.

 

Die neuen Weltkulturerbestätten

Die Idee, die herausragendsten Architektur- und Kunstgüter der Welt auszuzeichnen war vor allem durch die Liste der Sieben Weltwunder der Antike inspiriert. Diese erstreckten sich vom Nahen Osten bis nach Europa und umfassten u.a. die Cheops-Pyramide in Ägypten oder den Koloss von Rhodos in Griechenland.

Das 1976 gegründete Welterbekomitee nahm 1978 die ersten Stätten in die Liste des Welterbes im auf. Im Jahr 1997 wurde der Begriff des Immateriellen Kulturerbes geschaffen und somit konnten sich nunmehr nicht nur physisch existierende, sondern auch immaterielle Kulturgüter für eine Aufnahme in die Liste der Welterbestätten qualifizieren. 2001 wurde dann das erste immaterielle kulturelle Welterbe in die Liste aufgenommen.

Das „Weltkulturerbe“ hat sich in den letzten Jahren, auch aufgrund der UNESCO, stark verändert und weiterentwickelt. Es beschränkt sich nicht mehr ausschließlich auf Bauwerke und Monumente,  sondern beinhaltet heute ebenfalls Traditionen, vererbte Bräuche und Ausdrucksformen unserer Vorfahren wie Musik und Tanz, soziale Praktiken, Rituale, Feste, Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum sowie traditionelle Handwerkskünste.

Somit stellt das immaterielle Weltkulturerbe einen wichtigen und entscheidenden Faktor zum Erhalt der kulturellen Vielfalt dar. Das Teilen des Wissens um das immaterielle Weltkulturerbe verschiedener Gemeinschaften trägt darüber hinaus zum interkulturellen Dialog bei und fördert den Respekt gegenüber anderen Lebensweisen.

Bisher wurden zwei deutsche Vorschläge in die repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen: Die Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genossenschaften (2016) sowie der Orgelbau und die Orgelmusik (2017).

 

Die Anerkennung neuer Staaten 

Bis heute sind vier der fünf Länder mit der größten Anzahl von Welterbestätten europäische Staaten. Das einzige nicht-europäische Land in dieser Liste ist China. Die Anerkennung und Neuaufnahme resultiert aus den Stätten selbst aber vor allem auch aus den aufgewendeten Mitteln, um die Kultur- und Naturerbestätten zu prüfen und zu bewahren.

  

Die Verteilung der Stätten nach geographischen Zonen

Die vergangene Sitzung in Bahrain warf vor allem ein Licht auf die potenziellen Welterbestätten der Staaten des Nahen Ostens. Mit der erstmaligen Abhaltung der Sitzung in Bahrain betonte die UNESCO die Bedeutung der Anerkennung und der Aufnahme von Stätten in diesen Staaten. Auch wenn das Land erst seit vier Jahren im Welterbekomitee präsent ist, zeigt sich in der Abhaltung der Sitzung in Bahrain die Anerkennung der UNESCO für die Bemühungen des Landes zum Erhalt seines Erbes.

„Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Abhaltung des Welterbekomitees ernten wir die Früchte langjähriger Anstrengungen, um die Stellung Bahrains auf der Karte der regionalen und weltweiten kulturellen Zentren zu stärken“, so die Organisatorin Haya Rashed Al-Khalifa, Präsidentin des Welterbekomitees der UNESCO und ehemalige Botschafterin Bahrains in Frankreich.

Das Königreich Bahrain ist ein aus 33 Inseln bestehender Staat der zwei UNESCO-Welterbestätten besitzt: Die Perlenzucht und die archäologische Ausgrabungsstätte von Qal’at Al Bahreïn.

Gemeinsam mit der 42. Sitzung des Welterbekomitees hat die Kulturbehörde ein Programm ausgearbeitet, um die Ernennung der Stadt Al Muharraq zur „Islamischen Kultuhauptstadt 2018“ zu begehen. 

Mit der Gründung des „Arab Regional Center for World Heritage“ (ARC-WH) beschränkt sich das Engagement des Königreichs für die Bewahrung und den Erhalt des arabisches Erbes nicht auf nationales Territorium, sondern geht über seine Staatsgrenzen hinaus.

Dieses Zentrum wurde unter dem Dach der UNESCO im Jahr 2010 im Rahmen der Welterbekonvention geschaffen und arbeitet mit 19 arabischen Mitgliedsstaaten an der Förderung von Natur- und Kulturstätten (u.a. in den Bereichen Expertise und Beratung, Logistik oder finanzielle Förderung).

Die nächste Sitzung des Welterbekomitees findet 2019 in Baku (Aserbaidschan) statt. Wie auch im Falle Manamas in Bahrain wird die Abhaltung der Sitzung in Aserbaidschan es ermöglichen, Experten aus aller Welt zu versammeln und die zentralen und wegweisenden Veranstaltungen der UNESCO für mehr und mehr Länder zu öffnen.